Rezension

[REZENSION] Don Ottos wunderbarer Plattenladen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Don Ottos wunderbarer Plattenladen (OT: Otto, el vendedor de música)
Autor: Mauricio Botero
Übersetzer: Peter Kultzen
Verlag: Unionsverlag
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten
Autor:
Mauricio Botero, geboren 1948 in Bogotá, arbeitete als Kulturattaché in Buenos Aires, wo er Freundschaft mit Jorge Luís Borges schloss. Für den Essayband Cóncavo y convexo erhielt er 1994 den Premio Nacional de Ensayo, für Don Ottos wunderbarer Plattenalden wurde er 2001 mit dem Premio Nacional de Cuento ausgezeichnet.

 

DON OTTOS WUNDERBARER PLATTENLADEN

 

Don Ottos Musikladen in Bogotá ist Zuflucht und Treffpunkt zugleich. Die unterschiedlichste Klientel findet sich bei ihm ein und er weiß sehr schnell wem er wie begegnen muss. Mit Hilfe großer und großartiger Komponisten und deren Werken dringt er ein in die Seele der Menschen, die so manches Mal selbst nicht wussten wonach sie suchten, bevor Don Otto es ihnen zeigte. Doch auch er selbst wird mit jeder Begegnung belohnt und um einiges reicher…

Und so war es dann auch: Die andere, mit sauerstoffblonden Haaren, fragte, ob ich Aufnahmen von Julio Iglesias dahätte. „Nein, sagte ich, der Arzt hätte mir Süßspeisen verboten.“ Sie sah mich an, als wäre ich verrückt. Und das bin ich ja auch – diese beste aller musikalischen Welten, in der ich hier lebe, ist nicht normal. (S. 18)

Mauricio Botero wurde für Don Ottos Klassikkabinett bereits 2001 mit dem Premio Nacional de Cuento ausgezeichnet. Nun erhielt sein Werk ein neues Gewand und einen leicht abgewandelten Titel, um Leserinnen und Leser erneut zu berühren und zu begeistern.

Sämtliche Begegnungen, an denen Don Otto den Leser teilhaben lässt, sind unterschiedlich. Und doch eint sie die Kraft und Liebe der Musik. Einem musikalischen Werk gleich komponiert der Autor die einzelnen Erzählungen regelrecht. Dem Gesagten liegt eine Poesie zugrunde, die es nur selten zu finden gibt. Auch wenn es sich um kein allzu umfangreiches Bändchen handelt, so möchte man sich doch ausreichend Zeit nehmen und nicht durch die Seiten hetzen. Denn nach jeder Geschichte sollte man zumindest kurz innehalten, um ihr nachzuspüren bis ihr Klang verstummt. Aber egal ob am Stück oder peu à peu, beispielsweise eine Erzählung am Abend vor dem Zu-Bett-Gehen, genossen, die Musik wird sich immer entfalten und jeden erreichen.

Vor allem aber wird man spüren, dass es um soviel mehr als Musik geht. Denn es geht auch um Lebensgefühl, um Politik, Religion und Literatur. Die Bandbreite ist enorm und droht trotz allem niemanden zu erschlagen, denn man wird fühlen welcher Aspekt gerade besondere Beachtung verdient. Ein ganz besonderer Erzählband, der das Innerste zum Klingen und Schwingen bringt.

 
 
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