Rezension

[REZENSION] Nis Randers

Redakteur: Anette Leister

Titel: Nis Randers
Autor: Otto Ernst
Illustrator: Tobias Krejtschi

Verlag: Kindermann
Reihe: Poesie für Kinder
empfohlenes Lesealter: ab 7 Jahren

Ausführung: Hardcover, 24 Seiten
Autor:
Otto Ernst (1862-1926) arbeitete bis zum Jahr 1900 als Lehrer. Danach widmete er sich ganz seiner schriftstellerischen Arbeit und wurde mit verschiedenen literarischen Werken, unter anderem mit seiner dramatischen Ballade »Nis Randers«, als Bühnenautor und Schriftsteller bekannt.
 
Illustrator:
Tobias Krejtschi, 1980 in Dresden geboren, studierte Illustration an der HAW Hamburg und diplomierte mit der illustrativen Umsetzung von Fontanes »John Maynard«. Er arbeitet als freischaffender Illustrator, Autor und Bilderbuchkünstler für verschiedene Agenturen, Zeitschriften- und Buchverlage und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Tobias Krejtschi war von 2011 bis 2013 Dozent für Illustration an der HAW Hamburg und ist seit 2014 Dozent an der Freien Kunstakadmie Hamburg.

 

NIS RANDERS

 

Die illustrierten Werke aus den Reihen Poesie und Weltliteratur für Kinder sind ein wahrer Augenschmaus und sehen mit ihrem Leinenrücken sehr edel aus. Ich empfehle sie nicht nur, um Kindern berühmte Werke der Literatur näher zu bringen, sondern auch Erwachsenen, die sich das eine oder andere Werk in einer opulenten Ausstattung ins heimische Bücherregal holen wollen.

Nis Randers ist eine Ballade über ein Schiff in Seenot, zu dem der titelgebende Nis mit sechs weiteren Männern aufs offene Meer hinausfährt, obwohl seine Mutter ihn inständig darum bittet, es nicht zu tun, da sie bereits ihren Mann und einen Sohn ans Meer verloren hat und einen weiteren seit drei Jahren vermisst. Doch Nis hat einen Mann am Mast gesehen und sagt seiner Mutter, er muss um der Mutter des Mannes in Not willen aufs Meer hinausfahren und sein Leben riskieren, denn diese Mutter durchlebt die gleichen Gefühle wie sie. Eine dramatische Rettungsaktion geht ihren Weg und findet ein glückliches Ende für weit mehr Menschen als den geretteten Mann…

Näheres zur Enstehung der Ballade, sowie sowohl zur Vita von Otto Ernst als auch der von Illustrator Tobias Krejtschi, ist im Anhang dieser bebilderten Ausgabe von Nis Randers zu finden. Die Geschichte dieser Seerettung ist älter als die niedergeschriebene Fassung von Otto Ernst, aber außer an der Küste scheint diese Ballade leider relativ unbekannt zu sein.
Die Ballade ist am Ende des Buches komplett auf einer Seite abgedruckt zu finden, so dass man das Geschehen noch einmal am Stück Revue passieren lassen kann, nachdem man die Bilder eingehend betrachtet und den Text verseweise dazu gelesen hat.

Nis Randers ist sehr dramatisch und bewegend, die bildhafte Sprache wurde kongenial von Tobias Krejtschi in Illustrationen umgesetzt. Ganz besonders beeindruckend finde ich seine Interpretation der Wellen, die laut der Ballade wie menschenfressende Rosse daherkommen. Die vorherrschenden Farben sind kräftiges Rot, Blau und Grautöne in verschiedenen Schattierungen, die eindrücklich die gefährliche und düstere Atmosphäre vermitteln.
Ich finde es schade, dass diese abenteuerliche und zu Herzen gehende Ballade doch recht unbekannt zu sein scheint und empfehle sie ausdrücklich. Der Spannungsbogen, der sich stetig bis zum erlösenden Ende aufbaut, fesselt große wie kleine Leser und Zuhörer gleichermaßen an die Seiten.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern…! Nein, es blieb ganz…!
Wie lange? Wie lange?

Mit “John Maynard” ist eine weitere meiner Lieblingsballaden im Kindermann Verlag erschienen, ebenfalls mit Illustrationen von Tobias Krejtschi versehen. Wie “Nis Randers” geht es darin um eine dramatische Rettungsaktion auf offener See. Wer von “Nis Randers” begeistert ist, sollte anschließend auch zu “John Maynard” greifen.

 
 
MUSS ICH HABEN!

 

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