Rezension

[REZENSION] Seelenloch

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Seelenloch
Autor: Eva Lirot
Verlag: Independently published
Reihe: Jim Devcon 9
Ausführung: Taschenbuch, 231 Seiten
Autor:
Eva Lirot hat Literaturwissenschaft und Psychologie studiert, lebt mit ihrem Mann in Limburg an der Lahn, spielt ein wenig Klavier, fotografiert gern und ist eine Vielleserin (quer durch die Genres). In ihrer Jugend schrieb sie Songtexte, Büttenreden und kurze Theaterstücke, heute sind es Kurzkrimis und Romane, ebenfalls im Genre Krimi/Thriller.
Eva Lirots Motto beim Schreiben: “Die Phantasie ist die schönste Tochter der Wahrheit, nur etwas lebhafter als die Mama.” (Carl Spitteler)

 

SEELENLOCH

 

Zuerst zieht er die Menschen in seinen Bann, dann eröffnet er das Feuer – mitten in der Fußgängerzone. Während Chaos und Panik ausbrechen und sich um die teils schwerstverletzten Opfer gekümmert wird, kann der Täter unerkannt fliehen. Jim Devcon und seinem Team bietet sich ein grausames Bild, das mitunter auch in den sozialen Medien seine Kreise zieht. Dennoch lässt der Fall die Ermittler verzweifeln, es gibt schlicht keinerlei Anhaltspunkte mit wem sie es hier zu tun haben. Dann kommt es zu einem weiteren Inferno..

Es sind dramatische Szenen, die sich in Frankfurt abspielen, unbegreiflich die Motivation des Täters. Obwohl man als Leser sämtliche seiner Gedankengänge explizit dargelegt bekommt, sind diese kaum bis gar nicht greifbar. Überhaupt eine schwer verdauliche Thematik, die auch den Ermittlern ziemlich zusetzt. Und das nicht nur, weil einer von ihnen stärker betroffen ist als die anderen. Devcon und seinem Team fehlt ein konkreter Ansatz, um dem Täter auf die Spur zu kommen, daher verlaufen die Ermittlungen eher schleppend, von zielführend zwangsläufig weit entfernt. Leider wirkt sich das zeitweise auch auf den Handlungsfluss und den damit verbundenen Spannungsbogen aus, der Versuch der Protagonisten, durchweg fokussiert zu bleiben, scheitert zuweilen.

Der Leser ist dafür um einiges näher am Feuerteufel als ihm mitunter lieb ist. Er wirkt recht überheblich, weshalb man sich die Frage stellt, ob er womöglich bald einen Fehler begehen wird. Zwar wirkt er zugleich unberechenbar, unverwundbar oder unfehlbar ist er dadurch aber noch lange nicht. Allerdings zeichnet sich schon früh ein gewisses Machtgefüge im Hintergrund ab, undurchdringbar und skrupellos.

Gerade das Ende hinterlässt beim Leser einen faden Beigeschmack, obwohl – oder gerade weil – die Darstellung sicherlich gar nicht mal so unrealistisch ist. Nichtsdestotrotz hätte man gerade von Jim Devcon einen heftigeren Auftritt erwartet. Wird er generell müde oder zehren private wie berufliche Belastungen nur temporär an ihm? In jedem Fall läuft er nicht unter Volldampf, was sich aber hoffentlich in den folgenden Bänden wieder reguliert.

 
 
MUSS ICH HABEN!
 

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