Rezension

[REZENSION] Das Camp der Unbegabten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Camp der Unbegabten
Autor: Boris Koch
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten
Autor:
Boris Koch, geboren in einer Winternacht 1973, wuchs auf dem Land auf und lebt nun – nach den Stationen München und Berlin – mit der Autorin Kathleen Weise und ihrer gemeinsamen Tochter in Leipzig. Er schreibt Fantastisches und Realistisches, für Jugendliche wie für Erwachsene, und textet Comics. Für sein Schreiben wurde er mehrfach ausgezeichnet.

 

DAS CAMP DER UNBEGABTEN

 

Der Traum vom Fliegen ist so tief in Bjarne verankert, dass er einfach alles dafür tun würde, damit die Begabung sich endlich zeigt. Doch weder die entsprechend ausgelegte Ernährung noch das Herbeiführen einer Extremsituation mit den dazugehörigen Emotionen, führt zum Erfolg. Ist Hypnose der Weg zum Ziel? Als sein bester Freund plötzlich eine übernatürliche Begabung entwickelt und Bjarne selbst im Camp für Unbegabte landet, wähnt er sich bereits am Tiefpunkt..

Es gibt zahlreiche Statistiken darüber, zu welchem Zeitpunkt sich tendenziell eine Begabung zeigt, welche Nahrung oder Aktivität womöglich eine Rolle spielt und ähnliches mehr – Bjarne kennt sie alle. Sein Wissen hat ihm bisher allerdings wenig genutzt, eher im Gegenteil, manövriert er sich zunehmend in brenzlige und gefährliche Situationen. Regelmäßig erwischt man sich während der Lektüre dabei, die eigenen Träume und Wünsche zu klassifizieren, um herauszufinden wie weit man selbst bereit wäre zu gehen, um diese zu erreichen.

Eingebettet in eine Geschichte rund um Rivalitäten, Ängste, Begabungen und Zusammenhalt, geht es im Grunde noch um soviel mehr. Tiefgründiger als auf den ersten Blick erwartet, dabei gleichzeitig so nah an den eigenen Empfindungen, dass die eigentlichen Ereignissen fast schon ein wenig in den Hintergrund rücken. Dass er diesen Nerv treffen könnte, war dem Autor scheinbar bewusst, denn plötzlich wartet er mit Überraschungsmomenten auf, die den Leser imaginär zurück ins Camp holen, wo es rasant zur Sache geht, da bleibt kein Stein auf dem anderen.

Nicht jeder Charakter kann den Leser für sich einnehmen, nicht jede Aktion befürwortet man, nichtsdestotrotz werden neben kleinen und großen Kämpfen oder alltäglichen (Teenie)Problemen elementare Aspekte geschickt eingeflochten, ohne den reinen Unterhaltungswert zu mindern. Vergnüglichen Lesestunden steht demnach nichts im Wege.

 
 
MUSS ICH HABEN!

 

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