Redakteur: Christiane Demuth
Titel: Bachelorette Party (OT: The Bachelorette Party)Autorin: Camilla Sten
Übersetzerin: Melike Karamustafa
Sprecherin: Julia Nachtmann
Verlag: DAV
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 531 Minuten, Audio-Download


BACHELORETTE PARTY
Annelieses Junggesellinnenabschied sollte etwas ganz besonderes werden, weshalb sie diesen mit ihren Freundinnen auf einer abgelegenen Schäreninsel begehen möchte. Obwohl Tessa bereits im Vorfeld ein ungutes Gefühl umtreibt, und eigentlich sowieso kaum noch Kontakt zu ihrer früheren Clique hatte, lässt sie sich schließlich breitschlagen und geht mit auf den Trip. Was zunächst noch nach Erholung und purer Lebensfreude aussieht, entpuppt sich jedoch schon bald als absolut alptraumhaft.
Der Hörer hat bereits zu Beginn einen Wissensvorsprung zu den meisten Protagonisten, wird aber natürlich auch nicht übermäßig mit Informationen versorgt. Nur gerade soweit, dass man nach und nach versuchen kann Querverbindungen zu ziehen und Zusammenhänge zu erschließen. Das klingt allerdings in der Theorie sehr viel einfacher als es in der Praxis schlussendlich ist. Denn die Geschichte ist so weit verzweigt und ineinander verwoben, dass ein hohes Maß an Konzentration notwendig ist, um den Überblick nicht zu verlieren.
Erzählt wird in erster Linie auf zwei Zeitebenen, auf denen hin und wieder ein wenig nach hinten oder vorn gesprungen wird, um ein umfassendes Bild zu zeichnen. Die Ereignisse spielen sich in der Hauptsache jedoch am selben Ort, aber zu unterschiedlichen Zeiten ab. Dass das damalige Verschwinden einer Mädchen-Clique der Auslöser für die gegenwärtige Situation ist, daran lässt die Autorin nie einen Zweifel. Die tatsächlichen Hintergründe jedoch weiß sie lange Zeit geschickt zu verbergen. Immer wieder streut sie Indizien, die mal in diese mal in jene Richtung führen. Verfolgen sollte man sie alle, aber auch erkennen, wann man an der Nase herumgeführt wird.
Kraftvoll und lebhaft interpretiert wird das Geschehen von Julia Nachtmann. Gekonnt erfasst sie die, nach anfänglicher Euphorie, düstere Atmosphäre und überträgt die Stimmung somit direkt auf den Hörer. Man kann nicht anders als immer weiterzuhören. Schließlich muss doch irgendwann der alles entscheidende Hinweis kommen, und den Alptraum beenden, oder? Was, wenn das gar nicht vorgesehen ist?
Lediglich ganz am Schluss, auf den letzten Metern, scheint es, als wäre der Autorin die Puste ausgegangen. Es wirkt alles ein bisschen zu glatt, ein wenig zu konstruiert und passend. Trotzdem bietet das Ende dennoch ordentlich Zündstoff auf Grund nicht vorherzusehender Ereignisse.

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