Rezension

[REZENSION] Der Tod bohrt nach

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Tod bohrt nach
Autor: Isabella Archan
Verlag: Emons
Reihe: Dr. Leo Kardiff 3
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten
Autor:
Die ausgebildete Schauspielerin Isabella Archan, geboren 1965 in Graz, arbeitete viele Jahre an Stadt- und Staatstheatern in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Seit 2002 lebt sie freiberuflich in Köln, hier begann auch ihre zweite Karriere als Autorin. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in TV- und Filmrollen zu sehen (»Tatort«, »Lindenstraße«, »Diese Kaminskis«) und sorgt mit ihren szenischen Krimilesungen bundesweit regelmäßig für ausverkaufte Lesungen.

 

DER TOD BOHRT NACH

 

Eigentlich hatte Leo sich ganz fest vorgenommen nur noch ihren erlernten Beruf auszuüben und ihre Spürnase nicht mehr in mysteriöse Fälle zu stecken. Doch als eines nachts, während des Notdienstes, ein Mann auftaucht, der seltsame Andeutungen macht, hadert sie zwar noch kurzzeitig mit sich, kann aber schlussendlich nicht anders als sich einzumischen. Natürlich ermittelt die Polizei ebenfalls, denn schon bald stellt sich heraus, dass an der ominösen Geschichte tatsächlich etwas dran ist, doch Leo bewegt sich schon in anderen Kreisen und ahnt nicht mit wem sie es zu tun hat…

„Ich wollte einen völlig normalen Kekf effen. Nuffkekf. Und ich bin nicht Fuperman oder der Fledermaufmann oder fonft etwaf in der Art. Oder meinen Fie, bei meiner Figur könnte ich abheben?“
Leo dachte an eine Hummel, die trotz ihres Eigengewichts gegen alle Physik fliegen konnte, aber sie schwieg.
(S. 30)

Als Zahnarzt erlebt man die kuriosesten Patienten, wie Dr. Leocardia Kardiff in ihrem nunmehr dritten Fall eindrucksvoll fest- und darstellt. Sicherlich kann man auch diesen Band vollkommen unabhängig lesen und verstehen, es macht aber zugegebenermaßen viel mehr Spaß, wenn man sich bereits an den Vorgängern erfreuen konnte. Denn während der Lektüre blitzen plötzliche einzelne Szenen aus der Vergangenheit vor dem inneren Auge auf, dazu reichen ein paar Reizworte, es muss nicht einmal eine Situation konkret zur Sprache gebracht werden. Allein dadurch wird das Lesevergnügen gesteigert, dabei ist noch gar nichts Fallrelevantes geschehen.

Kaum dass dieser jedoch in Fahrt kommt klemmt der Leser sich ebenfalls dahinter und Leo an die Fersen, denn die Neugierde kennt keine Grenzen. Obwohl man als Außenstehender durchaus mehr Einblick in das große Ganze erhält als die Protagonisten, kann man sich dennoch auf vieles keinen Reim machen, zu verworren erscheint die Angelegenheit. Überhaupt fragt man sich, mit was für Gestalten man es dieses Mal zu tun bekommt, jeder scheint auf seine eigene Art seltsam, und doch nicht richtig greifbar. So kommt es, dass man gemeinsam mit Frau Doktor plötzlich der Gefahr ins Auge sieht, die sämtliche Warnhinweise gekonnt ignoriert.

Trotz aufgeladener Atmosphäre und deutlich angespannten Nervensträngen aller Beteiligten kommt die Erzählung leichten Fußes daher, so dass die inhaltliche Schwere einen gelungenen Gegenpol erhält. So ergibt sich ein hohes Spannungsniveau, das gleichzeitig humoristische Elemente besitzt, die jedoch keineswegs lächerlich wirken. Das zeigt sich vor allem daran, dass die Stimmung selbst dann aufgelockert werden kann, wenn es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Allerdings kommt es zum Schluss hin zu einer absolut ernsten und vor allem unvorhergesehenen Wendung, bei der sowohl Protagonisten wie Autorin und Lesern das Lachen regelrecht im Halse stecken bleibt.

Ob Leo sich ein weiteres Mal auf Mörderjagd begeben wird? Oder hat sie nun endgültig genug und setzt wieder auf sicheren Grund und Boden? Man wird es erleben und ist sich uneins welchen Fortgang man sich wünschen soll.

 

Reihen-Info:
Band 1: Tote haben kein Zahnweh
Band 2: Auch Killer haben Karies

 
 
MUSS ICH HABEN!

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ebook:
 

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