Rezension

[REZENSION] Mr Vernons Zauberladen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Mr Vernons Zauberladen (OT: The Magic Misfits)
Autor: Neil Patrick Harris
Illustrator: Lissy Marlin, Kyle Hilton
Übersetzer: Katrin Segerer

Verlag: Schneiderbuch
Reihe: Die Magischen Sechs 1
empfohlenes Lesealter: ab 9 Jahren

Ausführung: Hardcover, 304 Seiten

Autor:
Neil Patrick Harris ist ein vielfach ausgezeichneter Schauspieler und wurde vor allem durch seine Rolle als Barney Stinson in der Serie „How I Met Your Mother” berühmt. Er ist außerdem Produzent, Moderator, Autor, Vater von Zwillingen – und Zauberer. Er war von 2011 bis 2014 Präsident der Academy of Magical Arts.

 

MR VERNONS ZAUBERLADEN

 

Nachdem Carters Eltern eines Tages spurlos verschwunden sind, wächst er in der Obhut seines zwielichten Onkel Slys auf. Genau wie Carters verschwundener Vater, kann auch sein Onkel Sly zaubern. Allerdings ist er kein Zauberer der Art, die Menschen mit ihren Tricks ein Lächeln auf die Lippen zaubern, sondern vielmehr um ihre Besitztümer erleichtern. Carter hat ein Händchen fürs Zaubern und kann bald alle Tricks seines Onkel. Doch ihm ist klar, dass er bei einem Menschen, der alle anderen belügt und betrügt nicht bleiben kann. Als dieser eines Tages sogar die alte Dame beraubt, die gemeinsam mit ihnen das Armenhaus bewohnt, nutzt er die Gunst der Stunde und flieht. Doch angekommen in dem kleinen Städtchen Mineral Wells stößt er auf das Rummelrambazamba des Zauberer und Betrügers B. B. Bosso, der gleich eine ganze Verbrecherbande um sich versammelt hat. Wie es aussieht ist Carter durch seine Flucht vom Regen in der Traufe gelandet…

“Mr Vernons Zauberladen” ist ein wahrhaft magischer Auftakt der Reihe “Die Magischen Sechs”, einer Gruppe aus Kindern, die aus Carter und seinen neu gewonnenen Freunden besteht, die er im Laufe seines ersten Abenteuers kennenlernt.
In Mineral Wells trifft Carter zunächst auf den mysteriösen Mr Vernon, der einen Zauberladen besitzt und dessen Adoptivtochter Leila, die ihm im Laufe der Geschichte im Streit gegen die Betrügerbande des Jahrmarkts zur Seite stehen. Am Ende steht zwar ein Happy End, doch wirft der Autor Informationen und Wendungen in den Raum, die die Neugierde auf die angekündigten weiteren Abenteuer der Magischen Sechs wecken.

Der Autor Neil Patrick Harris hat mit seinem Kinderbuchdebüt ein wahres Ass aus dem Ärmel gezaubert. Man merkt auf jeder Seite, dass er nicht nur vom Zaubern schreibt, sondern diese Kunst auch lebt, denn er war mehrere Jahre Präsident der Academy of Magical Arts und so ist Carter Lockes Geschichte nicht nur magisch zu lesen, sondern gleichzeitig gespickt mit Zaubertricks, die jeder Leser dank der detaillierten Anleitungen erlernen kann, sowie einem geheimen Code, den Neil Patrick Harris in dem Buch versteckt hat.
Zudem hat er seiner Geschichte neben der Zauberei weitere Details aus seinem eigenen Leben mitgegeben: so ist Leila die Adoptivtochter von Mr Vernon und seinem Lebenspartner, genau so, wie Neil Patrick Harris und sein Partner Adoptiveltern von Zwillingen sind.

Die Geschichte ist jedoch nicht nur spannend und kurzweilig zu lesen, sondern auch hübsch anzuschauen, denn die darin enthaltenen Illustrationen sind nicht minder bezaubernd.
Der Fall “Die Magischen Sechs” gegen B. B. Bossos Bande ist durchgehend spannend und lässt keine Langeweile aufkommen, so dass sie selbst Wenigleser an die Seiten fesseln dürfte. Als weiteren Stoff für die Folgebände streut Neil Patrick Harris eine persönliche Wendung aus Carters Leben ein, so dass man als Leser einerseits zufrieden aus dieser Geschichte entlassen wird, andererseits neugierig auf den nächsten Band ist, der einen gänzlich neuen Inhalt verspricht. Zumal er sich den Trick zu eigen macht den Leser direkt anzusprechen und immer wieder an spannenden Stellen für weitere Zaubertricklektionen zu unterbrechen. Ein Kunstgriff, der Neil Patrick Harris bestens aus Film und Fernsehen bekannt sein dürfte und den er für seine Buchreihe erfolgreich adaptiert hat.

 
 
 
Redakteur: Christiane Demuth
 
Eines Tages, nachdem sein umtriebiger Onkel es zu weit getrieben hat, fällt Carter aus dem Bauch heraus die Entscheidung abzuhauen und landet wenig später auf einem Jahrmarkt. Doch der glitzernde Schein kann ihn nicht täuschen, denn Carter kennt sich mit Zauberei und Taschenspielertricks ganz besonders gut aus. Obwohl er kaum an einen positiven Ausgang seiner Hauruck-Aktion glaubt, sieht er sich plötzlich inmitten einer Gruppe gleichaltriger, die ebenfalls besondere Fähigkeiten besitzen und zugleich die Machenschaften auf dem Jahrmarkt aufdecken wollen.

Auf sich allein gestellt, ohne Bezugsperson, in einer fremden Stadt – schon das wäre für die meisten von uns unvorstellbar. Wenn man dann noch bedenkt, dass Carter im Grunde noch ein Kind ist, möchte man tiefgründigere Gedanken eigentlich vermeiden. Sicherlich hat er bei seinem Onkel gelernt wie man sich auf der Straße durchschlägt, immerhin, allerdings hauptsächlich mit unlauteren Mitteln, denen Carter prinzipiell negativ gegenüber eingestellt ist. Diese Tatsache allein lässt die Sympathien des Lesers bereits hohe Wellen schlagen, auch wenn man von der Handlung als solcher nicht in allen Teilen sofort überzeugt ist.

Den Betrügern auf dem Jahrmarkt gehört unbedingt das Handwerk gelegt, daran gibt es wohl nichts zu rütteln. Doch warum sollte es ausgerechnet sechs Kindern – und seien sie noch so magisch talentiert – gelingen, wo Erwachsene den Betrug nicht einmal bemerken? Entsprechend neugierig ist man ob des geschmiedeten Plans und seiner Umsetzung. Denn natürlich stellt sich zwangsläufig die Frage wie man selbst in ähnlicher Situation agieren würde.

Dass Neil Patrick Harris das Geschriebene mit eindeutig biographischen Zügen belegt gibt dem Ganzen eine gewisse Lebendigkeit, die für sich genommen die vorherrschende Atmosphäre merklich verdichtet. Das Geschehen entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Häufig fragt man sich wann und wie die aufgebaute und -gestaute Spannung sich entladen und ob es Opfer dessen zu beklagen geben wird. Unterstrichen durch passende wie ansehnliche Illustrationen und Lektionen, um selbst einige Zaubertricks zu erlernen, ergibt sich somit ein gelungenes Gesamtwerk.

Im Grunde ergibt diese Geschichte bereits vollkommen eigenständig einen Sinn und hätte gar nicht in Reihe produziert werden müssen. Doch der Autor hat noch etwas in petto, inhaltliches Potential ist auch absolut noch vorhanden, so dass man gespannt sein darf, welche Abenteuer die magischen Sechs noch erleben werden.

 
 
 
MUSS ICH HABEN!

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