Film-Rezension

[FILM-REZENSION] Hanna Svensson – Blutsbande

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Hanna Svensson – Blutsbande
Regie: Simon Kaijser / Kristian Petri / Kristina Humle / Jonas Westbom
Darsteller: Marie Richardson, Adam Pålsson, Alexej Manvelov, Magnus Krepper, Sofia Ledarp u.a.
Studio: Edel Germany GmbH
Reihe: -/-
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 585 Minuten

 

HANNA SVENSSON – BLUTSBANDE

 

Vor zwei Jahren hat Hanna Svensson ihren eigenen Sohn verhaften lassen und wurde in der Zwischenzeit vom Organisierten Verbrechen in die Wirtschaftskriminalität versetzt. Als plötzlich ihr Liebhaber und Kollege Sven verschwindet ahnt Hanna, dass mehr dahintersteckt. Wollte er sich nicht mit einer Informantin treffen? Hanna bleibt hartnäckig am Ball und arbeitet nun wieder Hand in Hand mit ihrer alten Abteilung. Allerdings scheint auch Christian – ihr Sohn – in diesen Fall verwickelt zu sein…

Die Besprechungen überschlagen sich und werfen mit Superlativen nur so um sich, wenn es um die schwedische Krimiserie geht. Doch ist diese wirklich so überragend wie dargestellt?
Wie immer gilt: Es handelt sich hier um eine rein subjektive Meinung, die auf persönlichen Empfindungen beruht.

Auf Grund der durchweg positiven Presse steigt die Erwartungshaltung natürlich bereits im Vorfeld an. Auch wenn man versucht von vornherein objektiv zu sein und sich nicht in eine Richtung drängen zu lassen, so ist es doch schwer nicht bereits vorab von der Fülle der Lobeshymnen Wind zu bekommen. Doch leider wurde die Euphorie zunächst getrübt, denn die ersten Folgen entsprachen schließlich nicht unbedingt der Vorstellung, die im Kopf bereits Form angenommen hatte. Natürlich handelt es sich um eine zusammenhängende Serie mit 10 Folgen à ca. 60 Minuten, die eine große, weitgreifende Geschichte erzählt und daher nicht in Episoden unterteilt ist. Und doch wirkt der Einstieg leicht enttäuschend, da die versprochene Spannung und rasante Action sich im Verborgenen halten. Obwohl versucht wird das Tempo immer wieder anzuziehen, gelingt dies nicht sofort, die Handlung stagniert und wirkt zäh.

Es scheint als müsse das Team hinter der Kamera sich erst einspielen, vielleicht liegt es aber auch tatsächlich am Drehbuch. Erst im weiteren Verlauf, zum Bergfest hin, lassen sich gewisse Züge zunächst erahnen, später eindeutig feststellen, auf denen sich die begeisterten Stimmen gründen. Sicherlich muss immer das Gesamtwerk betrachtet werden, dennoch ist und bleibt der Weg das Ziel, weshalb kritische Aspekte nicht unter den Teppich gekehrt werden sollten. Die Komplexität und immer wieder neue Überraschungsmomente beleben die zweite Hälfte, so dass man sich schlussendlich nicht mehr vom Bildschirm lösen kann. Großartige schauspielerische Leistungen tragen dazu bei, dass die Charaktere eine Tiefe erhalten wie es in Filmen und Serien nicht oft vorkommt.

Im Endeffekt lässt sich zur eingangs gestellten Frage also sagen, dass die Jubelstürme nicht völlig unbegründet sind, man sich aber unbedingt selber ein Bild machen sollte, denn nicht alle Folgen sind auf demselben Niveau, vor allem der Beginn lässt Raum für Zweifel und Diskussionen. Lässt man sich auf das Abenteuer ein, wird man allerdings mehr als nur gut unterhalten, denn hinter der Geschichte steckt mehr als ein einfacher Krimi.

 
 

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