Rezension

[REZENSION] Das Gerücht

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Gerücht (OT: The Rumour)
Autor: Lesley Kara
Übersetzer: Britta Mümmler
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 400 Seiten
Autor:
Lesley Kara hat als Krankenschwester und Sekretärin gearbeitet, Englisch studiert, eine Zusatzausbildung zur Lehrerin gemacht und als Dozentin und Managerin im Bereich Further Education gearbeitet. Sie lebt in einer englischen Kleinstadt an der Küste von Essex.

 

DAS GERÜCHT

 

Als Joanna mit ihrem Sohn in die Nähe ihrer Mutter zieht, ahnt sie noch nicht, dass die Idylle in der Kleinstadt trügerisch ist. Schon bald horcht sie auf, als Gerüchte aufkommen, eine Kindermörderin würde unter ihnen leben. Obwohl das Verbrechen schon viele Jahrzehnte vergangen ist und die Täterin ihre Strafe verbüßt hat, beginnt sich Angst breit zu machen. Welche Beweggründe sie veranlassen, kann Joanna im Nachhinein selbst nicht sagen, dennoch mischt sie fleißig mit was Spekulationen und Interpretationen angeht, bis der Strudel aus Skepsis und Verleumdungen kaum noch aufzuhalten ist…

An sich kennt die Problematik wohl jeder. Gerüchte entstehen und verbreiten sich, manchmal werden sie sogar zu regelrechten Selbstläufern. Diese wieder aufzuhalten oder gar zu entkräften klappt in der Regel nicht so schnell, nicht selten bleiben zumindest Bruchstücke dennoch in den Köpfen der Menschen verankert. Wieso also kommt es immer wieder zu derartigen Phänomenen und warum lässt man sich hin und wieder ebenfalls auf dieser Welle treiben? Zwar wird diesen und ähnlichen Fragen inhaltlich kaum bis gar nicht nachgegangen, der Leser wird spätestens nach der Lektüre aber doch nochmal darauf zurückkommen und möglicherweise persönlich erlebte Situationen analysieren.

Die Autorin baut ein gut durchdachtes wie auch verschachteltes Konstrukt auf, das zunächst absolut undurchlässig erscheint. Naheliegende Lösungen schließt man als Leser recht schnell aus, trotz dessen, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass tatsächlich weitreichendere Gedankengänge zugrunde liegen. Nichtsdestotrotz kommt es innerhalb des Geschehens immer mal wieder zum Stillstand, obwohl Ruhephasen überhaupt nicht notwendig wären und auch mit etwas Abstand betrachtet keinen tieferen Sinn ergeben. Vielmehr hätte der Spannungsgehalt noch ein wenig ausgebaut werden können, ausreichend Potential ist durchaus vorhanden.

Ab einem gewissen Zeitpunkt wird relativ deutlich welche Richtung die Handlung anstrebt, überraschenderweise wirkt sich dies jedoch nicht negativ auf das weitere Leseverhalten aus. Eher ist es so, dass man nun unbedingt wissen möchte welche Ansätze der eigenen Theorien weiter verfolgt und ausgearbeitet werden. Außerdem gibt es trotz allem noch offene Fragen, deren Beantwortung für Erstaunen und Unglauben sorgen kann. Lesley Kara gelingt es also mit ihrem „Gerücht“, die Neugierde des Lesers zu wecken.

 
 
MUSS ICH HABEN!

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