Rezension

[REZENSION] Ein guter Blick fürs Böse

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein guter Blick fürs Böse (OT: The Secret Lives Of Murderers‘ Wives)
Autorin: Elizabeth Arnott
Übersetzer: Erik Licht
Verlag: Hoffmann und Campe
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten
Autorin:
Elizabeth Arnott ist das Pseudonym einer mehrfach ausgezeichneten Autorin und Journalistin, deren Arbeit eine Bandbreite von Historischen Romanen über True Crime bis hin zu Berichten über Polarexpeditionen umfasst und u.a. in The Guardian, The Sunday Times und National Geographic erschienen ist. Sie sieht leidenschaftlich gern Shows über Serienmörder und lebt mit ihrer Familie in London.

 

EIN GUTER BLICK FÜRS BÖSE

 

Drei Frauen, die lange Zeit nichts von den Machenschaften ihrer Männer ahnten, nehmen den Kampf auf gegen einen mutmaßlichen Serientäter, der sein Unwesen treibt und Angst und Schrecken verbreitet. Denn wer mit einem Mörder verheiratet war, hat nochmal einen anderen Blick auf Muster und Verhaltensweisen, so ihre Theorie. Aber vielleicht wollen sie auch einfach nur etwas gutmachen, die Taten ihrer Männer sühnen …

Dass man sich in den 1960ern befindet, muss man sich manches Mal konkret ins Bewusstsein rufen. Gerade wenn es um das Zusammenspiel von Männern und Frauen geht, den Umgang mit- und die Gedanken übereinander. Doch das ist nicht der einzige Faktor, der den Einstieg ins Geschehen ein wenig stocken lässt. Stil und Inhalt werden gleichermaßen zu Stolpersteinen. Die Autorin scheint zunächst eine Fülle an Informationen unterbringen zu wollen, die der Leser sich sortieren muss, um den Überblick nicht zu verlieren.

Die Vorgehensweise der Hauptprotagonistinnen, den vermeintlichen Serienmörder dingfest zu machen, mutet gewissermaßen unstrukturiert an. Dennoch erlangen sie im Laufe des Geschehens teils überraschende Erkenntnisse und gewinnen zudem immer mehr an Sympathie. Ist man mit der Erzählung warm geworden, so fällt es leicht, dem Fortgang der Geschichte zu folgen. Nicht immer verfolgt der Leser dabei dieselbe Theorie wie die Frauen, wer letztlich auf der richtigen Spur ist, wird jedoch erst das recht groß angelegte Finale zeigen.

Elizabeth Arnott versucht die Spannung hoch zu halten, gleichzeitig aber auch Einblicke in die Gedanken sowie die Vergangenheit der Protagonisten zu geben. Vor allem letzteres ist zum Teil wahrhaftig unbegreiflich. Die begangenen Taten, der Weg zu Entdeckung und Motiv, rational nicht nachvollziehbar was in den Männern vorgegangen ist. Durch die Mischung hält die Autorin die Handlung zwar lebendig, verliert sich hin und wieder aber in zu detaillierten Darstellungen. Eine an sich tolle Grundidee, die in der Umsetzung allerdings leichte Schwächen aufweist und die Erwartungen nicht gänzlich erfüllt.

 
 

—–DIESER BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG—–

Tagged , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert