Rezension

[REZENSION] Offline

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Offline
Autor: Arno Strobel
Verlag: Fischer
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 368 Seiten
Autor:
Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

 

OFFLINE

 

Einfach mal offline gehen, nicht immer und überall erreichbar sein, abschalten. Einer solchen Erfahrung setzt sich eine abenteuerlustige Gruppe unterschiedlichster Persönlichkeiten in einer Höhe von 2000m aus. Die Stimmung wirkt zunächst angespannt, löst sich aber nach und nach, bevor plötzlich maximales Misstrauen untereinander herrscht. Eingeschneit, ohne Verständigung nach außen fragen sich nicht nur die Protagonisten wer ihnen in der Dunkelheit auflauert.

Digital Detox – gerade in der heutigen Zeit nicht unbedingt die schlechteste Idee. Häufig spürt man den Stress gar nicht mehr, den die ständige Erreichbarkeit mit sich bringt – bis er plötzlich weg ist. Entsprechend nachvollziehbar gestaltet sich das Vorhaben der zusammengewürfelten Truppe, die alle mehr oder minder viel mit neuen Medien und Digitalität zu tun haben, sei es beruflich oder privat. Nichtsdestotrotz ist es natürlich auch eine ungewohnte Vorstellung komplett abgeschnitten zu sein von Neuigkeiten, Freunden oder Familie, so dass der Leser sich schnell in die Gefühlslage der Charaktere hineinversetzen kann.

Allerdings deutet bereits der Prolog darauf hin, dass zumindest eine Person innerhalb der Gruppe nicht ganz ehrlich ist. Ob es sich dabei um einen Einzelfall oder überhaupt etwas tatrelevantes handelt, lässt sich jedoch nicht auf den ersten Blick erkennen. Erst im weiteren Verlauf lernt man die verschiedenen Figuren besser kennen, verteilt schnell Sympathie- und Antipathiepunkte, muss schlussendlich aber doch immer auch ein bisschen Vorsicht walten lassen. Denn man ist immer nur so informiert wie der Autor und seine Protagonisten es dem Leser gestatten. Mit diesem Wissen kommt es durchaus vor, dass man hinter jeder Ecke eine Verschwörung erwartet.

Sicherlich wird durch die immer beklemmendere Atmosphäre und die Frage nach demjenigen, der der Gruppe Leid zufügen will, eine gewisse Spannung aufgebaut, die unterschwellig durchgängig vorhanden ist. Und doch wirken einige Situation zu überzeichnet und zu gestellt, als dass das wahrhaftige Grauen tatsächlich auch emotional auf den Leser überspringen würde. Zudem nimmt eine Theorie immer konkretere Formen an, wodurch man sich ebenfalls um einiges rationaler mit dem Geschehen auseinandersetzt, um die Gedankengänge möglichst vor der Auflösung belegen zu können.

 
 
MUSS ICH HABEN!

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